Im Frühjahr 2005 konstituierte sich erstmals die Arbeitsgemeinschaft zur Erstellung der Leitlinien für die Diagnostik und Therapie der Essstörungen. Ihr gehörten Vertreter aller vier Fachgesellschaften an, die in Deutschland an der Versorgung von PatientInnen mit Essstörungen beteiligt sind (DGKJP, DPGs, DGPM, DGPPN). Die Leitlinien wurden 2011 fertiggestellt und von der AWMF ins Netz gestellt. Außerdem erfolgte eine Veröffentlichung der Leitlinien im Springer-Verlag (Herpertz et al. 2011 S3-Leitlinie Diagnostik und Behandlung der Essstörungen).

Auf der Basis der wissenschaftlichen Leitlinien wurden 2015 die Patientenleitlinien (Zeeck & Herpertz 2015) veröffentlicht.

Die wissenschaftlichen Leitlinien verloren ihre Gültigkeit mit Ende des Jahres 2015. Im Sommer 2015 konstituierte sich eine neue Arbeitsgruppe, die z.Zt. eine Überarbeitung der Leitlinien vornimmt. Erneut gehören dieser Arbeitsgruppe von den einzelnen Fachgesellschaften autorisierte Vertreterinnen und Vertreter an:

DGESS: Prof. Stephan Herpertz, Bochum

DGKJP: Prof. Beate Herpertz-Dahlmann, Aachen

DGPM: Prof. Stephan Herpertz, Bochum

DGPPN: Prof. Manfred Fichter, Prien, Prof. Anette Kersting, Leipzig

DGP´s: Prof. Brunna Tuschen-Caffier, Freiburg

DGVM: Prof. Anja Hilbert, Leipzig

DKPM: Prof. Almut Zeeck, Freiburg

DVT: Prof. Ulrich Schweiger, Lübeck

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind:

Prof. U. Cuntz, Prien, Prof. M. de Zwaan, Hannover, Prof. M. Fichter, Prien, Prof. H.-C. Friederich, Düsseldorf, Dr. U. Hagenah, Aachen, PD. Dr. A. Hartmann, Freiburg, Prof. S. Herpertz, Bochum, Prof. B. Herpertz-Dahlmann, Aachen, Prof. A. Hilbert, Leipzig, Prof. A. Kersting, Leipzig, Prof. T. Legenbauer, Hamm, PD. Dr. A. Müller, Hannover, Prof. R. Pietrowsky, Düsseldorf, Dr. G. Resmark, Tübingen, Prof. U. Schweiger, Lübeck, Prof. J. Svaldi, Tübingen, Prof. B. Tuschen-Caffier, Freiburg, Prof. S. Vocks, Osnabrück, Prof. J. von Wietersheim, Ulm, Prof. A. Zeeck, Freiburg, Prof. S. Zipfel, Tübingen, arbeiten zu)

In den letzten Jahren (die erste Fassung der Leitlinie bezieht sich auf Literatur bis 2006) ist eine größere Anzahl neuer Studien zu den Essstörungen veröffentlicht worden, wobei z.B. die Ergebnisse der weltweit größten Therapiestudie von ambulant behandelten Patientinnen mit Anorexia nervosa (ANTOP) zu berücksichtigen sind. Auch erhielt die Binge Eating Störung (BES) im neu erschienen DSM V (APA 2013) den Status einer eigenen Essstörungsentität und das Night Eating Syndrom wurde ähnlich wie die BES 1994 im DSM IV als vorläufige Essstörung unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten im DSM-V aufgenommen.

Der Konsensusprozeß ist für Herbst/Winter 2016 geplant.

Bochum, den 10.07.2016

Univ. Prof. Dr. med. S. Herpertz

Hier finden Sie zudem die Behandlungsleitlinien der American Psychiatric Association (APA), des britischen National Institute for Clinical Excellence (NICE) sowie des Royal Australian and New Zealand College of Psychiatrists (RANZCP). Zusätzlich finden Sie hier die Medical Care Guidelines und die "Neun Wahrheiten über Essstörungen" der Academy for Eating Disorders.