Ein gemeinsames Dach – die Deutsche Gesellschaft für Essstörung e.V.

Essstörungen sind meist lang dauernde Erkrankungen, die bereits frühzeitig beginnen. In der Risikogruppe adoleszenter Mädchen und junger Frauen spielen Anorexia nervosa (AN) und Bulimia nervosa (BN) eine bedeutende Rolle für Morbidität und Mortalität. Essstörungen zählen zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter.

Die standardisierte Mortalitätsrate der AN ist zehn Jahre nach Diagnosestellung auf das 10fache erhöht. Damit ist die AN jene psychische Störung mit der höchsten Mortalität.

Im Jahre 1994 wurde die Binge-Eating-Störung als vorläufige Diagnose in das DSM-IV aufgenommen. Mit einer Prävalenz von 2% in der Allgemeinbevölkerung ist sie deutlich häufiger als die AN und BN und es sind fast zur Hälfte Männer betroffen. Im klinischen Alltag sind die meisten Betroffenen übergewichtig oder adipös. Die rasche Zunahme der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas stellt eine besondere Herausforderung dar.

In Deutschland existiert in unterschiedlichen Fachdisziplinen ausgewiesene wissenschaftliche und klinische Kompetenz, mit einer bislang nur losen Vernetzung. Um diese Vernetzung zu fördern, wurde am 27. März 2006 die Deutsche Gesellschaft für Essstörungen DGESS e.V. gegründet. Die Gesellschaft will sowohl Wissenschaft und Forschung als auch deren Anwendung in Prävention, Früherkennung, Diagnostik und Therapie von Essstörungen fördern und vernetzen. Sie versteht sich als Kristallisationspunkt für Forschung und als Lobby für die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen.

Informationen zu den Zielen  der DGESS finden Sie hier.

Der Verein ist aus der Initiative zur Entwicklung der evidenzbasierten Leitlinien für Essstörungen hervorgegangen. Diese Initiative vereinigt Expertinnen und Experten aus allen Disziplinen und wird von der Christina-Barz-Stiftung finanziell gefördert. Außerdem hat der durch das BMBF geförderte Forschungsverbund zur Psychotherapie bei Essstörungen (EDNET: 2006-2014) maßgeblich zur Etablierung als wissenschaftliche Fachgesellschaft mit beigetragen.

Die Vorstandsmitglieder der DGESS sind Stephan Herpertz, Silja Vocks, Hans-Christoph Friederich, Almut Zeeck und Johannes Hebebrand.

Einen Artikel über die DGESS aus der PPmP können Sie hier als pdf Datei herunterladen: PPmP_Editorial.pdf.

Einen Artikel (Mitteilungen) über die DGESS in der Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie können Sie hier als pdf-Datei herunterladen. Gruendung_DGESS_ZfKJPuP_160407.pdf